Donnerstag, 17.Juli
68,2 km - 949 hM


09.45h
Ich habe gut geschlafen: so still war es lange nicht! Ich glaube ich h hätte eine Maus im Keller gehört, so ruhig war es im ganzen Haus....Nach einem kleinen Klavieraufwecker im Salon und dem Bad - hab ich mir mein Frühstück gemacht: zu meiner Freude fand ich frisch gebackenes Brot und frische Farmeier vor, die ich mir gebraten habe. Das Frühstück war eines Lords würdig und ich nahm mir Zeit, außerdem.mit einem Videotelefonat mit Meike: was für ein schöner morgen ❤️
Jurassic COAST
Nach dem Breakfast habe ich noch die Gelegenheit genutzt und bin in den Garten gegangen: Sonnenschein, Lavendel, eine ängstliche Katze: i h packe die Drohne aus: bei dem bisherigen Wind hat sich das garnicht ergeben abrunden hier und jetzt ein paar Luftaufnahmen....
Ich hinterlasse einen launigen Kommentar im Gästebuch und habe noch Gelegenheit , mit Gunnar aus Bremen zu schwätzen, der hier Freiwilligendienst absolviert und nach dem Monat auf dem Liegerrad weiterfährt. Lustig: kaum rin Mensch hier und dann treffe ich auf einen Deutschen....
Der Wetterbericht sagt mir für heute vormittag aufkommenden Regen vorher, ich mache mi h mental bereit, auch wenn hier nichts darauf hindeutet...
Und dann kommt dr Abschied von Monkton Wyld Court: einem ganz besonderen Ort- soviel steht fest: ein Highligt auf meiner noch jungen Reise!
Heute geht es hinunter an die Küste, zu den berühmten Klippen der Jurassic Coast, die ich gestern ja nur von fern sehen konnte.

Der Radweg nach Seaton hält natürlich bereits Anstiege bereit aber auch eine schöne Abfahrt, die ich-wenn auch im Regen- genieße: vorbei an Schafen: ein Leitmotiv, an das ich mich gewöhnen könnte. Und ehe ich mich versah, rollte ich von Dorset über die County-Grenze nach East Devon. Bilde ich mir das nur ein oder ist es hier etwas rauer, auch landwirtschaftlich? Vielleicht auch nur wegen des Wetters....
Als ich in Seaton ankomme, hat der Regen aufgehört und ich kann direkt an den Strand fahren wo ich die lang gezogenen Kalkfelsen sehe: hier stammen sie tatsächlich aus dem Jura-Zeitalter, unfassbare 150 Millionen Jahre alt und nach Stand der Forschung war die zuvor existierende Wüste da von einem Meer überschwemmt worden. Es ist spannend die geologischen Rekonstruktionen, die hierauf und auf den zahlreichen Funden basieren nachzuvollziehen.
Schon die Vorgeschichte des "Kanals" ist ein Kapitel für sich...
Und wenn man hier steht und diese Kalk+Tonklippen bewundert, an die eine raue See schon so lange abstürzt, dann scheint Zeit eine sehr künstliche Idee.
Was für Eintagsfliegen wir doch sind.


Heute bin ich wieder heftig am klettern: das gibt eine Tagestour mit knapp 1000hm: Wahnsinn mit meinem Gepäck (tatsächlich etwas schwer beladen) ! Und doch lockt jeder Abschnitt neu und die Energie ist da, zuletzt hab ich Fish&Chips frischer Fang, genossen....
Hinter mir ist Seaton lange verschwunden, in der Höhe des Anstiegs konnte ich noch schön weit blicken, jetzt geht's erstmal wieder durch die heckengesäumten Landpfade, wo gerade mal 1,5 Autos durch passen. Hier in Branscombe ist ein Airfield, ich radele an schönen Cottages entlang, aufwärts immer aufwärts .....
Sidmouth

Das Wetter hat sich h deutlich gebessert und in Sidmouth komme ich bei Sonnenschein an und muss mi h eincremen. Tatsächlich ist hier Badebetrieb und die Promenade, die den Glanz vergangener Zeiten erahnen lässt, ist gut gefüllt. In der hübschen Fußgängerzone kaufe ich einiges ein, finde WCs und gönne mir ein Eis.
Dann schlendere ich auf der Promenade zu den berühmten roten Sandstein-Klippen: zu den östlichen kann man gut gelangen, das Gelstor und die westlichen bewundere ich nir mittels Bildern und Erläuterungs-Tafeln. Hier ist die älteste Schicht der Jurassic Coast zu sehen: Sandstein, allerdings aus dem Truas, das noch unglaublicher 200 Mill.Jahfe zurückreicht. Dies sind Zeugen einer damaligen Wüste! Hier am Meer wirkt das schon merkwürdig: nichts hält offenbar für ewig, die Erdgeschichte ist ein Faszinosum, dem man auch in Europa auf die Spur kommt. Vor dem Hintergrund ist, ist das hier nur eine im "Sandkasten" weggespülte Konstruktion, aus der neue Formen entstehen. Und schön sehen sie aus, die TriasKlippen von Sidmouth....

Und wie ich hier so an der Promenade sitze und auf die See hinausblicke, nichtsahnend arglos meinen Milchshake trinke und in der rechten Hand einen superleckeren Flapjack Haferriegel auspacke, kommt von rechts oben im Sturzflug eine Möwe angezischt und smasht einen Teil des Müsliriegels aus meiner Hand.. Ich- völlig verdutzt, erhole mich schnell von dem Schreck und stelle meinen Fuß zwischen die Angreiferin und ihre vermeintliche Beute: ich höre mich sagen: "DAS BEKOMMST DU NICHT!!" und ihrerseits verdutzt schaut mich die Möwe mit schiefem Hals an.
Sie umkreist das Objekt der Begierde, jedoch wandert mein Schuh mit und droht ihr durch aufstampfen.
Um ihr gänzlich die Lust zu nehmen, zerstampfe ich das Stück zu Bröseln: sie schaut scheinbar ungerührt zu, dann rufe ich "Buuh!", und sie hebt geschockt ab. Der hab ichs gegeben!
Der restliche Müsliriegel wird schnell aufgezehrt, ich blicke mich noch mehrmals um....
Anstieg des Grauens

Den Abstieg an die Küste bei Sidmouth bezahlt man natürlich mit einem Aufstieg im Anschluss. Dieser Anstieg wurde aber zum bislang erbarmungslosesten aufgrund der Steilheit und Dauer: selbst als ich schieben musste war es noch sau anstrengend so steiler ging es hoch: "O Cebreiro-Vibes" (....)
Immer mal anhalten und zurück schauen: das half abzuschalten. Der Ausblick war wirklich gigantisch!
Und kaum war ich oben, ging es fast alles wieder runter Richtung Budleigh.
Dort entschloss ich mich dann, nicht ans Meer zu fahren um etwas Höhe zu halten. Die schönen Eindrücke aus Seaton und Sidmouth waren stark und ausreichend ....

Budleigh -Exmouth
Von Budleigh Salterton bis Exmouth führt eine alte Bahntrasse, die umgebaut wurde sehr angenehm ! Endlich mal wieder gut durchziehen, Hannibal freuts! Zwar erstmal aufwärts, aber dann gemütlich und am Ende der Strecke gelangt man an die große Mündung des River Exe. Von hier aus radelt man auf einem wiederum sehr schönen Radweg immer nördli h bis Exeter. Hier nehmen die Fahrradfahrer schlagartig zu, die ihre Feierabendrunde drehen, auch Fußgänger und Jogger, was die Nähe zu den Städten spürbar macht. Ich freue mich vor allem, dass ich die heutigen hM hinter mir habe und schaue auf den eher wasserarmen Schlund der Mündung: Ebbe? Der Fluß mindert in einem 8mal so großen Bett dahin
Ich gelange sehr entspannt in die Stadt und finde schnell meine Unterkunft, die ich über Air BnB gebucht habe. Zelten in Exeter lag ungünstig für einen City Walk und die Hotels sind völlig überteuert. Ich genieße das Zimmer bei Keith, in das zum Glück keine seiner 4 Katzen Zutritt hat!
Ich beschließe heute nicht mehr rauszugehen, die Beine sind ziemlich schwer....Ich bestelle eine Pizza und plane in Ruhe die anstehenden 2 Etappen, die ich noch in UK bin ...
Das geht aktuell nur gut im WLAN, da tagsüber ja mein Internet/Anbieter zickt.
Die Pizza ist sensationell! :-) Ich gehe mit dem Gefühl schlafen, gut voraus geplant, gut gegessen und gut geradelt und haben: Urlaubs-Glück ;-)
Bilanz: 68 km, 950 hM





























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