Samstag, 26.Juli
88,3 Km - 666 hM

Pontorson war wirklich ein goldrichtiger Fleck und nach dem äußerst gelungenen Abend auf und im Mont St.Michel war auf die Nacht im 10er Zimmer völlig ok, quasi wie in einer Pilgerherberge letztes Jahr auf dem Camino.Geut früh gabs noch ein Frühstück und dann war ist letztlich die große Frage, ob das jetzt heute mit den angeknacksten Speichen funktioniert...

Die heutige Etappe ist eine gewisse Zäsur: ich verlasse die Küste (gestern ja schon weitgehend) komplett und radele im "Landesinneren" auf ehemaligen Bahntrassen, die jetzt "Voies Vertes"- Grüne Radwege genannt werden.
Dazu ist zweierlei zu sagen:
1.Die voies verts führen einen komplett ohne Verkehr und mit gutem Bodenbelag durch die Region
2.Die voirs vertes haben keinerlei regionale Berührungspunkte (Gastronomie, POI Region) und sind STINKLANGWEILIG !!)
Irgendwann wird man blöd und verflucht die endlosen Alleen der Leere....
Nun gut, das ist heute meine Etappe und sie ist mehr oder weniger eine Verbindung zur normannischen Nordküste.
Ich habe mich gewappnet und höre von Rebekka Gablé "Das zweite Königreich", in dem es um die Eroberung Englands 1066 geht: Sehr passend, da ich h viele Orte dazu passiert habe oder noch passieren werde....
Deutscher Soldatenfriedhof Mont de Huisnes
Dieser Deutsche Soldatenfriedhof ist bewundernswert gut gepflegt besitzt eine sehr gute digitale Dokumentation in der Empfangshalle (Einzelfälle , Einblicke und D-Day Geschichte) und ist von seiner ganzen Anlage her bemerkenswert und beeindruckend.
Ich nehme mir Zeit und lasse die Gedanken schweifen: nach der langen Fahrt an der Küste mit regionaler, vorzeitlicher Geschichte, Geologie, Mittelalter und Korsaren, bricht nun doch der D-Day wieder durch, der mich ja bereits ab Portsmouth begleitete. Die gesamte Normandie war Kriegsgebiet und aus der gesamten Umgegend wurden die Kriegstoten Deutschen hier versammelt. Den anderen Deutschen Cimetiere in La Cambe werde ich auch - zum zweiten Mal nach 1999- besuchen....
Hier ist wirklich Frieden-weit weg von allem. Ich hab mit der alten Bahntrasse jetzt über 600 hM gesammelt, laaaaaangsame Aufstiege, laaaaaaangsame Abstiege....alte Bahnhofshäuschen und unterwegs trifft man doch ständig Bikepacker die diese Route nehmen. Steve ist ja nach Cherbourg an der Küste abgebogen,d.h.wir werden definitiv nicht nochmal aufeinander treffen....
;-)
Insgesamt fühle ich mich dem "Roten Faden" meiner Tour heute ferner: zu stark wirkt der Klosterberg noch nach, und wenn ich nicht grade Hörbuch höre (sehr gute Idee heute!) dann hänge ich meinen Gedanken nach....
Für heute Abend ist Regen angesagt, ich buche ein günstiges Zimmer in der Nähe von Vire und hole dort vielleicht etwas Schlaf von gestern nach....

Bin fast da, hier musste ich mal ausbüchsen aus der Voie verte um mal einen Ort zu sehen und ein Duschgel zu kaufen.Sourdeval....
Die zwei lockeren Speichen sind leidlich am Platz, zumindest nicht gebrochen, die neue ist gut stabil. Allerdings eiere ich wie eine Ente durch die Gegend, will mich nicht von hinten sehen....
Vorhin musste ich den hinteren Reufen nachpumpen: er verliert jetzt doch etwas schneller den Druck, sollte aber bis Caen halten.
Für den angeschlagenen Zustand Hannibals sind die voies vertes doch ganz entspannend: wenn i h an die vielen Abfahrten in Armorique denke.....
















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