Freitag, 17.07.
9.35h
Die Nacht am Meer war der pure Einstieg in den Nationalpark und Baden in der See, hier ja eine seichte Bucht ist wunderbar : das Wasser ist nicht kalt und man kann weit hineingehen.
Geschlafen habe ich im Zelt mit Blick auf den Horizont und so richtig dunkel wirds ja kaum.Die Mücken-Legionen konnte ich soweit auch noch abwehren, sodass ich mit einem guten Latte Macchiato am Strand den Tag beginne...
Heute sind nicht ganz so viele km geplant, auch wenn ich den gestrigen "Fast-Hunderter" mit Gegenwind gut weggesteckt habe. Der Tag steht ganz im Zeichen des Nationalparks und beinhaltet ein Wiedersehen mit dem Herrenhaus Palmse, dem nördlichsten Punkt Estlands, ein Kunstmuseum am Rande der Zivilisation und ein verträumtes Fischerdorf. Ich freue mich schon sehr....
Übrigens: ich habe noch ein paar Video-Impressionen zu gestern am Ende vom gestrigen Blog hochgeladen.Don"t miss ...
Ich fahre hinauf zur Nordspitze Estlands und komme an einem sowjetischen LostPlace vorüber, entscheide mich aber gegen einen Besuch (bei Google kann man Bilder vom Inneren sehen), schon von außen wirkt der düstere Überrest einer Lommandantur o.ä. .mit Anbau. Die Straße führt immer oberhalb der See und zur rechten mit dichtem Wald entlang: beste Luft!!! Ich atme tief ein und rolle quasi zur Nordspitze, die sich als absolut verträumtes WildCampen-Paradies entpuppt.
Von hier gibts später noch einen Drohnenflug....
Mein Mückenspray hat mir hier say Keben gerettet, ich wurde im Sekundetakt von üblen Bremsen angeflogen, die es auf meine muskulös-saftigen Radlerwaden abgesehen hatten..zum Glück wirkt das Zeug.
Hier oben ist Wildvogel-Terrain in alle Himmelsrichtungen Ruhe und Natur. Ein echter Place to be!

Hier fernab der Zivilsaton findet sich ein beachtliches Kunstmuseum. Ich parke am Hafen von Vinnistu und gehe für 8 -€ auf einen Kulturgenuss: eine erstaunlich ansprechende Innengestaltung mit inspirierenden Themenräumen und Gemälden des 19.+,20.Jh.(auch einiges ganz Modernes).
Stilistisch sehe abwechslungsreich und natürlich regonional gefärbt.
Ich lerne hier über eine Gemälde das estnische Helden-Epos "Kalevipoeg" (Sohn des Kalev) kennen, das der Dichter Friederich Kreutzwald geschrieben hat unter Einbeziehung von Legenden und Mythen des Landes.
Eine Art "Siegried" Estlands..
Palmse

Palmse ist eine faszinierende Zeiteise: der Herrenhof wurde von der Familie von Pahlen 200 Jahre lange geführt. Ein deutsches Adelsgeschlecht, das hier unter der Herrschaft der Zaren eine große Rolle in der Region Estland spielte: als Ingenieure (Eisenbahn), Offiziere (auch gegen Napoleon), Historiker und Geologen....bis der letzte Erbe im 1.Weltkrieg fiel.
Die Familiengeschichte wäre eine estnische Version der Buddenbrooks: eine heute ferne Vergangenheit, doch der Staat hat das Herrengut Palmse auf Hochglanz restauriert und es ist ein Erlebnis es zu besichtigen: für mich schon zum 2.Mal (1.mal war 2011 mit der Bigband) Ich habe in den Räumen 360°-Fotos gemacht, such noch nach ei er Option sie Online zu zeigen.....
Zunächst habe ich den Friedhof besucht, der eine Ecke nordwestlich liegt. Ein abgegrenzten Hof beherbergt die alten Grabstätten der Familie: dem Wetter preisgegeben wie alle anderen auf dem großen und schönen Friedhof. Hier durch sterbliche Überreste noch Jahrhunderte liegen. In unseren Städten ist das ja eine Frage der Bezahlung geworden.
In der Kirche finde ich - wie in fast jedem Urlaub- ein Tasteninstrument vor: diesmal ist es zu meinem Entzücken ein Harmonium. Erinnerungen an meine Kindergottesdienste werden wach als so eine Tretboot-Orgel noch gebräuchlich war.
Ich habe meine Meditatiln in der leeren Kirche aufgenommen mal schauen wie es klingt gut....(Video folgt)
Palmse ist ein Märchenort.Man könnte hier einen Film drehen und hätte die perfekte Szenerie.
Ich habe es auch h hier genossen am Flügel im Salon zu spielen und bin im Garten flaniert ist das wirklich schon 15 Jahre her? Der Ort hatte sich bei mir eingegraben und seine Bewohner und ihre Geschichte werden mir erst jetzt sonderbar spannend: was waren das für Zeiten, wo deutsche Adeige im Baltikum in der Armee des Zaren von Russland gegen die Franzosen kämpften, Handel trieben und hier den Eisenbahnbau mittragen, während sie in europäische Fanilien einheirateten....
Am Klavier fallen mir zwei Choräle ein: "Großer Gott wir loben dich" und "Nun danken alle Gott"....

Ich folde der Naturpark-Straße und gelange eine gute halbe Stunde später zu meiner Unterkunft, dem Gut Sagadi- wie Palmse ein wahres Schloss-Anwesen . Ich logiere im Dienstbitenhaus, heute Hostel und da do wenig Gäste da sind bekomme ich das 4er-Zimmer für 18,- € für mich h allein, mitsamt Aufenthaltsraum, wo Hannibal unterkommt.
Ich fühle mich etwas an Monckton Wylde Court in Dorset letztes Jahr erinnert, wo i h eine fanze Nacht allein auf einem viktorianischen Manor unterkam (inkl.Flügelsalon)...
Ich lade alles ab, packe die Badesachen und endete mitteilen leichten Hannibal ans Meer ins alte Fischerdorf Altja....

Ich flanieren an den Fischerhäuschen vorbei, der Blick geht weit aufs Meer, dem su h schon die untergehenden Sonne nähert.
Ich fahre zur Nordseite und habe sprichwörtlich den fangen Strand für mich, also parke ich Hannibal am Kiefernrand und springe ins Meer, bin wieder überrascht, wie flach es reingeht und wie weit....(Video....).
Wunderbar zwischen den Findlingen zu baden während die Sonne tiefer sinkt.
Ich halte den Ort mit der Drohne fest: solche Naturschönheit, die nicht überrannt ist: ich Liebe es!

64 km
Gute Nacht!













































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