Guten morgen! Die Temperaturen sind hier nachts nochmal unter 0 gefallen und klettern nun langsam....auch heute werde ich nicht über die 11/12°C- Marke kommen. Hoffentlich wenigstens Sonne!
Übernachtungen sollten problemlos bei Air BnB zu finden sein.Die erste Nacht war da schonmal sehr erfreulich und unkompliziert.
Ich sitze bei Kaffee und Gebäck und hoffe auf noch 2 Grad mehr bis ich auf den Sattel steige. Heute steht mit etwas über 60 km und weniger Steigung eine gemütliche Etappe bevor und i h freue mich besonders auf Kallmünz und Regensburg.
Ich folge Vils und Naab .

Etappe 2 lässt sich gemütlich an: auf einer alten Bahntrasse rollt es wunderbar immer am oberen Talhang mit Blick auf die Vils an kleinen Dörfern vorüber. Die Sonne kämpft noch mit der Wolkendecke , es ist frische 6-7°C und meine Thermoklamotten leisten einen guten Dienst. So blöd es vielleicht aussieht, aber auch mein HelmVisir ist ein super Windschutz. Kurz: ich genieße die frühe Stille dieses Abschnitts, am dem.mir beinahe niemand begegnet.
Vilstal
Schloss Dietldorf, erbaut 1700 von den Freiherren Tänzl von Trazberg aus Innsbruck.
Hier blättert ordentlich der Putz, alles privat und immer noch in Adelsbesitz.
Der Vils entlang immer am Wald oder am Fluss, ist entspannend. Ein unspektakulär dahin mäandernder, gut gefüllter Fluss, der weitgehend renaturiert ist früher am Eisenweg viel genutzt. Fast jedes Dorf hat einen Fischerei-Verein, hier lässt sich ruhig leben.
Kallmünz

Vils-Mündung
Ich folge dem Wasser, verabschiede mich vom Vilsradweg und folge der Naab, die hier die Vils aufnimmt und ein stattlicher Fluss wird.
Aus der Luft sieht die Mündung sehr harmonisch aus unterhalb der Felsen von Kallmünz.
Vils und Naab waren dereinst die am besten ausgebauten Wasserwege weitaus breit: Eisen und Salz wurden Mithilfe von Treidelpfafen auf dem Wasser bewegt, die Flussschiffahet war hier früh ausgebaut. Offenbar wurde das mut dem 1.Weltkrieg beendet. Jetzt fließen die Gewässer ganz natürlich dahin.

Naabspitze

Das Naabtal war äußerst beruhigend, auch weil der Radweg so meditativ am Rande entlang ohne viel Aufregung verläuft. Tut gut, auch wenn es heute nicht wirklich aufreißen will. Hinter mir kommt blauer Himmel auf, aber die Sonne schaffts einfach nicht...
Gut, die Thermoklamotten haben sich bewährt. Morgen wirds gewiss wärmer....
An der Nabspitze angekommen lasse ich die Drohne steigen. Sehr schöner Abschnitt der Donau, und dann verpasse ich die Zufahrt zum Eisenbahnaquädukt. Hoch hinauf und dann auf einer engen Spur über die hohe Brücke zwängen..Gegenverkehr muss warten....und dann Rolle ich auf der rechten Donauseite weiter. Weiter durch den Donaupark, vorbei an Joggern, Boukesöielen, Kletterparcours und Seen , immer auf dem Uferdeich entlang bis die Stadt in Sicht kommt: Regensburg!
Mein erstes Ziel ist natürlich die Steinerne Brücke. Mein erstes Mal in Regensburg, also zünftig Eis auf der Brücke essen und den wirklich prächtigen Stadtblick genießen.Die Brücke ist extrem beeindruckend (lang, massiv) und begründete Handel und Herrschaft ebenso wie der Flussweg. Schon die Kelten, dann die Römer wussten diesen Ort zu schätzen. Ratisbona. Ich lasse mir mein Eis schmecken und genieße ein paar späte Sonnenstrahlen. Gutes Timing!

Im Anschluss nehme ich einen ZickZack-,Kurs durch die Altstadt zu meinem Quartier am Emmeramsplatz. Heute übernachte ich in einer 7er-WG. Bin gespannt,(AirBnB)
Auf dem Weg bestaunen ich die prachtvoll erhaltenen und restaurierten Bauwerke (gefühlt an jeder Ecke 3 Kirchen) und bleibe bei einem Denkmal für Don Juan d'Austria hängen. Es dreht sich um dessen Verdienste bei der Seeschlacht von Lepanto gegen die Türken. Als Sproß Karls V. und einer Regensburger Mutter hat das hier Spuren hinterlassen.
Viele schicke Läden, mehrere tolle Plätze , viel Raum für Bürger in der Reichsstadt...
Begegnung

Es gibt manchmal Zufälle, die hinterlassen einen sprachlos.
Beim abendlichen Schlendern zwischen Dom und Niedermünster geht plötzlich ein alter Bekannter und Kommilitone aus Mainz an mit vorüber. Zwar kann das ja garnicht sein, doch entscheide ich mich, ihn zu rufen: "Roman!" Seine Partnerin dreht sich um und tatsächlich: er ist! Es stellt sich heraus, daß die beiden ebenfalls nur heute Abend Station in Regensburg gemacht haben auf dem Weg Donau abwärts und - das fragen wir uns gemeinsam- Wie wahrscheinlich war es wohl, dass wir uns dann in einer Hintergasse über den Weg laufen????
Unglaublich. Natürlich haben wir das im historischen Braukeller mit Bie/Wein begonnen und uns erstmal wieder auf den Stand gebracht! Ha! Verrückt. Nach einem geselligen Abend fahren die beiden mit dem Radl zum WoMo und ich flanieren durchs nächtliche Regensburg in die WG.
Die WG war nett, unkompliziert und zentral, ein Glücksfall. Mit dem WG-Koordinator, netter Kerl, plauderecke ich h noch etwas und beschließe morgen noch den Vormittag in der Stadt zu verbringen. Dom&Frühstück wären fein. Ich schlafe wie ein Stein.
Dom ST.PETER

Nach einem Dombesuch und einem guten Frühstücks geht's weiter. Eigentlich schon nächster Tag, aber nicht nächste Etappe.....
Der Dom ist gotisch , klare reine Bauperiode, kein SchnickSchnack, eine Krypta weist auf einen Romanischen Vorgängerbau hin, aber das Gitische Kirchenschiff ist wundervoll gotisch belassen. Kein schwülstiger Barock, der alles in Gold taucht und fette Engel umherschwirren lässt während sich Bischofs-Statuen selbst beweihräuchern. Nicht hier! Schmale sehr dezente Seiten Aläre, sonst das hohe in den Himmel sterbende Schiff und hoch oben dunkle bunte Fenster. Der Raum hat soviel Luft zum Wirken, wie es sein sollte. Die Orgel ist zwar beeindruckend aber vor allem weil sie sich einpasst. Ich bin erstaunt, daß hatte ich in Bayern nicht erwartet....
Der rechte,Turm ist leider eingenistet, und die Fassade ist auch nicht eine der üpugsten, aber das Innere bleibt für mich das Überzeugende dieses Doms!
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