Dienstag, 15.Juli
74 km- 551 hm

Dienstag, 15.07.- 8.40h
Ich erwache nach einer etwas unruhigen Nacht, aber die letzten 4 Std.waren offenbar gut. In der Nacht hats geregnet und ich hatte gestern Abend feststellen müssen, dass ich die Heringe daheim gelassen habe: wie blöd! Es flatterte also ordentlich, da ich das Außenzelt mit meinem Binetool notdürftig fixiert habe....Hat aber letztlich alles gut gehalten und der Regen hat zumindest grad aufgehört- ein sehr frischer Wind bläst alles trocken

11.00h
Ich hatte heute morgen ein ärgerliches Problem mit der komoot App auf Garmin: die Tour für heute war fix und fertig getrackt, aber der Transfer aufs Garmin hat nicht funktioniert: ohne Navi losfahren wollte ich nicht, also hab ich parallel komoot laufen lassen- auf dem Smartphone (was echt lästig ist).
Zudem ist mir gestern am Fahrradständer eine Schraube gebrochen und ich muss einen Bikeshop aufsuchen, zusätzlich zu einem Outdoorladen für Heringe.....
Alles in Christchurch zu haben und here I am!!
Christchurch ABBEY
Beim Bau eines Abteiabschnittes trat der Legende ein Zimmermann in Erscheinung, der auf wundersame Weise und über Nacht einen entscheidenden Beitrag zur Fertigstellung leistete. Da der unbekannte Helfer daraufhin verschwand verbreitete sich die Botschaft, es müsse "Jesus the Carpenter" gewesen sein -
Die große Dankbarkeit der ganzen Ortschaft- ehemals Twyneham- äußerte sich darauf darin, dass sie ihren Ort um die Abtei jetzt Christchurch nannten. Und so ist es bis heute geblieben.
Eine wundervolle Abteikirche mit einem sehr stimmungsvollen Kirchfried mit alten Grabsteinen, die man kaum noch lesen kann.... Freundlicher Empfang im Innern und Einkadung in ein Café, das direkt an der altehrwürdigen Kurche in gemütlichen Räumen untergebracht ist; dieser Stil ist mir bereits in der Portsmouth Carhedral aufgefallen: die alten Gemäuer sind zwar kulturelles Erbe, aber in der anglikanischen Praxis auch schöne und modernisierte Lebensorte. Man stelle sich sowas mal im Mainzer Dom vor...
Eine weitere Besonderheit sind die unzähligen Plaketten, Erinnerungsplatten und Gedenksteine, die hier an hunderte von Menschen an den Wänden gedenken. Die Kirche als Gedenktafel .
Betrachtet man den Grundriss stellt man fest, daß der Kreuzförmige Grundriss der ursprünglichen Kirche völlig über den Haufen geworden wurde: Anbau einer weiteren Kapelle ans Langhaus, und mitten rein einen Hochchir mit separatem Altar: ziemlich schräg und durcheinander, aber das verleiht dem Raum eine interessante Vielseitigkeit.
Ich parke anschließend neben dem Café und hole jetzt mein Frühstück nach.
Es ist heute offensichtlich ein sehr starker Wind , die Sonne hält sich h sodass ich mich erstmal ordentlich eingecremt habe, aber man muss um jeden Meter vorwärts nach Westen kämpfen....
Traumhafte Ausblicke heute auf dem Weg nach Bournemouth, ich kann die Küste kilometerweit Einblicken und setze mich ein wenig zum Genießen ...
...wie gut dass ich mich vorhin eingecremt habe: abwärts zum Strand bin ich erst vom Wind gepresst worden, aber dann an der Promenade bin ich h wie ein Hähnchenschnitzel paniert worden. ..Der Sand wurde in groben Wolken durch die Luft auf die Wege geschleudert im Gesicht eine Art Massage...die Beine kribbeln....wie eine Wanderwege bilden sich wilde Sandbänke auf dem Weg, die mit dem Fahrrad kaum zu durchfahren sind...
Mein Kampfgeist ist geweckt: zwei Gegner gegen mich (Wind+Sand), aber ich werde sie überwinden....
Ich schrei e das aus dem Jazz-Café, in das ich mich kurz geflüchtet habe...noch ist die Schlacht nicht gewonnen....
Todesmutige Surfer kann man beobachten und tapfere Badende...es ist ja nicht kalt, nur der Wind....

Ich erreiche die rettende Fähre am Ende der "Sandbanks"- Hochtourismus, aber heute eben Floppy: gut für mich h trotzdem, denn die ganzen Promenaden waren im Juli/August für Bikes gesperrt...Heute konnte man sich da durchkneten...mir knutschen noch immer die Zähne vor Sand....
Das Meer so für mich zu haben: aufgewühlt gepeitschte Wellen,leere Strände und der Blick über die Küste: das war dann doch ein echtes Highlight, und den Kampf hab ich h (knapp) gewonnen....

Die Fahrt durch die Studland Peninsula Reserve ist wundervoll: echte Fahrradwege teils durch Absperrgatter der wild lebenden Tiere, kleine Bäche, weite Wiesen, Waldabschnitte und moderate Steigungen.Einsame Natur, der Bodenbelag ist gut und so stellt sich ein sorgloser Naturgenuss ein der Wind ist abgeschwächt und hier ist die See hinter den Hügeln.....
Corfe CASTLE

Der starke Wind bei Bournemouth hat mich heute viel Zeit gekostet, daher muss ich eine Tour-Alternative einschlagen: da mich der geplante Weg hinunter am die Küste zu Lulworth Cove bringen würde mit dem Starkwind und einem Höhenkamm, käme ich viel zu spät und k.o. am Camping an...
Ich nehme also auf jeden Fall Corfe Castle mit, kehre
dann aber auf den Cycleway 2 zurück, der mich über weniger Hm direkter nach Wool/Moreton bringt...
Das Castle ist ein echtes Highlight: auf einem mächtigen grünen Kegelberg thront die Ruine und beeindruckt noch heute massiv .....
Die Geschichte dieser Königs-Burg beginnt mit William the Conqueror, und bis ins elisabethanische 17.Jh.bleibt sie Royal, danach wird sie an Adelige abgetreten.
In diesen Jahrhunderten ist hier so ziemlich alles passiert, wS man sich von Burgen erwartet: Einkerkerungen, Schlachten, Belagerungen....so war die Burg Teil der englischen Geschichte, insbesondere der Verwirrungen zwischen englischen und französischen Ansprüchen.
Der kleine Ort auf der Anhöhe ist nicht minder filmreif historisch, und die Kirche die dem heiligen Edward the Martyr geweiht ist wird für mich zum Radtort mit Blick hinüber zum Burgberg.
Im Kleinen Markt leiste ich mir ein paar Cones und einen Kefir, Energie für den Restweg.
Auf dem Square steht ein kleiner Calvaire/,Marktkreuz und auf dem Weg hinab um die Burg herum beeindruckt der alte Pub...hier stimmt einfach alles!
D'Urberville Manor
Vorlage für Hardy's "Tess" und Kulisse im Film?
Sehr stimmungsvoll diese Landidylle, im Land der d'Urbervilles" .....
T.E.Lawrence
Mein check-in im Camping Moreton wartet auf mich während ich durch idyllische Ecken von Dorset radele. Eine besondere Kuriosität habe ich jetzt erreicht: die Grabstätte von T.E. Lawrence auf einemjleinen Friedhof in Moreton nahe einer bezaubernden St.Nicholas Church.
Er ist besser bekannt unter dem Namen "Lawrence von Arabien" und als solcher eine der schillernden Figuren der Empire-Politik des 1.Weltkriegs im Nahen Osten..


Es waren heute 74 km und die Entscheidung abzuändern war richtig: der Starkwind hat die Tour einfach zu stark verändert, und es gehört zu einer gelungenen Fahrt immer dazu dass man Änderungen als mögliche Verbesserungen sieht:
Oft wird es anders-
Manchmal sogar besser.
Let's say: "anders besser"
Ich sitze im Zelt und genieße eine Suppe mit Brötchen und dazu Obst mit Milchreis.
Die neuen Heringe stecken im Boden und mein Zelt steht wie ne 1....;-)
Ich denke noch über den Tag nach und sortiere meine Gedanken, aber auch der morgige Tag beschäftigt mich: sollte ich erneut so miserable Internetverbindung haben(oder gar keine) wird es besser sein, hier im WLAN alles zu erledigen/zu laden/zu buchen...
Im Zelt ist es übrigens saugemütlich - nur die Bahnhofschranke nervt, die ständig tönt, wenn ein Zug kommt.
Macht nichts: müde genug bin ich schon.....















































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